Buchrezensionen von  ...
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Eberhard Landes
Meine ganz privaten Literaturempfehlungen (Bücher, die ich einpacken werde, wenn ich reif bin für die Insel) sind:
"Bildung" von Dietrich Schwanitz (weil ich mich wohl auch dann noch wundern werde, was ich alles nicht weiß),
"Sturz ins Leere" von Joe Simpson (weil es so unbegreiflich ist, was Joe Simpson erlebt hat),
"Qi Gong" von  Kenneth Cohen (weil es so viele Geheimnisse in sich birgt),
"Allein auf den Everest" von Göran Kropp (weil er meine Hobbies Radfahren und Klettern "brutalst möglich" kombiniert hat),
"Narziß und Goldmund" von
Hermann Hesse (weil es mir von allen Klassikern das liebste Buch ist).
Und dann natürlich all die guten (... und zum Vergleich evtl. auch die nicht so guten) Bücher, die ich hier rezensiert habe.
Klicken Sie unten entweder auf  die verlinkten Namen der  Autoren oder auf die Links zu den Buchtiteln:

Belletristik

 

Sachbücher


Liste der

93
Autoren

 
Liste der
132
Titel

 
Liste der
41
Autoren

 
Liste der
42
Titel

Alanyali, Iris
Aramburo, Fernando


Bambaren, Sergio
Bettinger, Martin
Beigbeder, Frederic
Binding, Tim

Borger und Straub 
Borrmann, Mechthild

Bourdouxhe, Madeleine
Breloer, Heinrich

Bryson, Bill
Brown, Dan
Buhl, Marc

Carofiglio, Gianrico
Chevalier, Tracy
Clark, Rosie M.
Coello, Paulo
Cross, Donna W.



Dusse, Karsten
Dische, Irene
Dörrie, Doris
Drokur, Bernhard

Dürrenmatt, Friedrich


Eggers, Dave
Eschbach, Andreas


Falk, Rita
Ferrera Catalina
Fitzek, Sebastian
Fleischhauer, Wolfram
French, Nicci
Fried, Amelie



Genzmer, Herbert
Goddard, Robert
Gruber, Lilli



Hannah, Kristin
Hammesfahr, Petra
Hasselmann, D.O.
Helfgen, Heinz
Hesse, Hermann
Heidenreich, Elke
Hoffman, Jilliane
Hosseini, Khalid
Houellebecq, Michel

Illies, Florian

Jaud, Tommy
Jensen, Carsten
Jonasson, Jonas
de Jong, Wilfried

Kehlmann, Daniel
Kling, Marc-Uwe
Klüpfel, Volker
Klonovsky, Michael
Kobr, Michael
Krächan, Brigitte
Kuhlmann, Heinrich


Leon, Donna

Mann, Thomas
Mankell, Henning
Mayle, Peter
Mercier, Pascal
Metzenthin, Melanie
Meyerhoff, Joachim
Moore, Tim
Morgan, Marlo
Mosley, Walter
Münzer, Hanni



Rademacher,  Cay
Rath, Hans

Read, Oliver
Rech, Kerstin
Rosendorfer, Herbert
Roth, Philipp

Safier, David

Schäfer, Andreas
Schätzing
, Frank
Schauhoff, Frank

Schlink, Bernhard
Schreiber, Claudia
Schröder, Bernd

Seltmann, Ingeborg
Suter, Martin

Tschirnt, Christiane
Tuma, Thomas
Twilfer, Kai


Williams, John
Wagendorp, Bert
Wagner, Emma
Walser, Martin
Weiler, Jan
Wollitzer, Mag



 Zafon, Carlos Ruiz
Zeh, Juli
Zweig, Stefan
  Absterbende Gemütlichkeit
Achtsam Morden
Adler und Engel
Alle Toten fliegen hoch - Amerika
Allmen und die Libellen
Alpenpässe und Anchovis
Anleitung zum Unschuldigsein
Antonio im Wunderland
Auf der Suche nach Marie

Belas Sünden
Beerholms Vorstellung

Breaking News
Bücher, Alles was man lesen muss

Cliffhanger
Cupido

Dampfnudelblues

Das Erbe
Das Gesetz der Lagune
Das Gartenzimmer
Das
Jesus Video
Das Mädchen mit dem Perlenohrring
Das perfekte Spiel
Das Salzmädchen
Das selbstfahrende
Bett
Das sterbende Tier
Das weiße Segel
Das Wochenende

Der Alchimist
Der Circle
Der
Dämon und Fräulein Prym
Der Geiger
Der letzte Weynfeldt
Der Koch
Der moderne Mann
Der
Verdacht
Der Ramses-Code
Der
Schwarm
Der Teufel von Mailand
Der weiße Schmetterling
Der Zauberberg

Die Analphabetin, die rechnen konnte
Die blaue Reise 

Die dunkle Seite des Mondes
Die Ehefrau
Die große Umwendung
Die Frau mit den Regenhänden
Die Heimkehr 
Die Liebhaber meiner Frau
Die Nachtigall
Die Päpstin
Die rote Antilope
Die schwedischen Gummistiefel
Die Therapie
Die Schachnovelle
Die Schatten der Toten
Die Vermessung der Welt
Die Zeit, die Zeit

Drachenläufer

drei sieben fünf

Ein Liebhaber ungerader Zahlen
Ein Mann und sein Rad
Ein Strand für meine Träume
Ein perfekter Freund
Emmas Glück
Encore  Provence
Erntedank

Fatal Tango
Flugangst7A

Großmama packt aus

Heute keine Schüsse
Höhenangst
Honigtot    
Horst allein zu Haus

Ich radle um die Welt
Ich trampe zum Nordpol
Illuminati
Im Gehege
Im Lautlosen
 In meinem kleinen Land

Kalte Rache

Land der Wunder
Lautlos
Lea
Leere Herzen
Letzte Etappe Mont Ventoux
Liebesfluchten
Lila, Lila

Mallorca, ein Jahr
Mehr Zeit mit Horst

Mein Jahr in der Provence
Mieses Karma
Milchgeld
Mörderischer Mistral
Monolog in Schwarz

Nachtzug nach Lissabon
Narziß und Goldmund
Neununddreissigneunzig
Nullzeit

Patria
Picknick mit Bären

Qualityland

Rasmussens letzte Reise
Rauhnacht

Rechtspfleger Grothjahn
Reise in die Nacht
Resturlaub
Ruhm

Sankt Martin
Schantall, tu ma die Omma winken
Seegrund
Small World 
Solange es Schmetterlinge gibt
Spanische Delikatessen
Spiel des Engels
Stoner
Streifzüge durch das Abendland

Tod eines Kritikers 
Traumreisende

Tyll

Überleben 
Über Menschen
Und Gott sprach: Wir müssen reden
Und Gott sprach: Der Teufel ist auch nur ein Mensch
Und Gott sprach: Du musst mir helfen
Und was wird aus mir
Unterleuten

Unterwerfung 

Ventoux
Verborgene Laster und andere
Geständnisse

Verschwiegene
Kanäle
Vollidiot

Wann wird es endlich wieder so
Weil ich von dir träumte
wie es nie war
Winterkartoffelknödel
 







Bryson, Bill
Berggruen, Heinz
Brumme, Christoph



Erat, Elena u. Materne, Peter


Durrell, Lawrence

Grönemeyer, Dietrich
Gottschalk, Thomas

Harrer, Heinrich 
Häusler, F. Richard

Iding, Doris 

llies, Florian

Keller, Kurt
Kerkeling, Hape
Klonvosky, Michael
Koldehoff, Stefan

Lankers, Katharina
Lorenzo, Giovanni di


Martin, Guillaume
Maso, Benjo
Moshammer, Meike




Penn, Robert
Plaum, Wätzold
Plickert, Philip (Hrsg.)
Poser, Manfred
Precht, Richard-David
Prüter, Dirk

Rech, Kerstin
Reich-Ranicki, Marcel
Röhm, Uli



Scherer, Klaus
Schirrmacher, Frank
Schmidt, Helmut
Schmidt, Walter 
Sick, Bastian
Sieböck, Gregor
Steinbrück, Peer

Timm, Tobias

Voigt, Wilfried

Wickert, Ulrich
Winchester, Simon
 

111 Gründe, das Radfahren zu lieben

1913

Alles ist Yoga  
 Am Ende der Eiszeit
Auszeit in Wanderstiefeln


Bis alles in Scherben fällt

Das Methusalem-Komplott


Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod-Folge 2-
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod-Folge 3-
Der kleine Medicus
Der Mann, der die Wörter liebte
Der satirische Kreuzfahrt-Flüsterer
Der Schweiß der Götter

Der Weltenwanderer

Die Wiki-Revolution

Eine kurze Geschichte von fast allem

Falsche Bilder - Echtes Geld


Hauptweg und Nebenweg
Herbstblond

Ich bin dann mal weg
Ich lenke, also bin ich
In der Provence

Künstliche Intelligenz und der Sinn des Lebens

Lebenswerte


Mein Leben (Reich-Ranicki)
Mein Leben (Harrer)
Merkel

Praktische Personalführung 


Radfahren
Radsport furios
Radabenteuer Welt

Schritt für Schritt zur eigenen Mitte
Sokrates auf dem Rennrad
Spektakuläre Kriminalfälle im Saarland

Tatort Autobahn



Urlaub mal anders


Verstehen Sie das, Herr Schmidt
Vom Glück auf zwei Rädern
Vom Glück Franzose zu sein


Zeit zu handeln
Zug um Zug




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Philip Plickert (Hrsg.)

Merkel

Erscheinungsdatum: 13. Juli 2021   Rezensionsdatum: 02.10.2021 

Format: Taschenbuch ;  ISBN 10:  3959725140 ; Verlag: FBV ;  Seitenzahl. 350  


24 Autoren fassen 16 Jahre Merkel ebenso gnadenlos wie interessant und kenntnisreich zusammenund zeigen zumeist nachvollziehbar auf, dass sie bzw. wir es eben nicht geschafft haben (um dieses berühmt gewordene Zitat aus 2015 zu verwenden). Z.B. beschreibt Wolfgang Ockenfels eindrucksvoll, dass Merkel mit ihrer Entscheidung in 2015 die Grenzen zu öffnen, eine Völkerwanderung eingeleitet hat, die einen jahrelangen unbearbeiteten Stau an Asylanträgen verursachte, aufgrund dessen die Chancen für berechtigte Asylbewerber, die vor politischer oder religiöser Verfolgung fliehen, schwinden und dass man besser den Millionen Armutsflüchtlingen das Verbleiben in ihrer Heimat durch wirksamere Entwicklungshilfe ermöglichen sollte. Ralp Georg Reuth betrachtet die Familiengeschichte der Angela Merkel kritisch, indem er viel über ihren Vater, Horst Kasner (ein evangelischer Theologe, der 1954 aus Hamburg in die DDR übersiedelte) berichtet und wie dieser in der DDR einen Studienplatz für Naturwissenschaft für seine Tochter besorgte, während Kindern von systemkritisch eingestellten Pastoren, wie etwa denen von Joachim Gauck, der Besuch einer Universität verweigert wurde. Sehr interessant auch der Vergleich des Dominik Geppert, zwischen Merkel und Thatcher. Am eindrucksvollsten ist Thilo Sarrazins Kapitel, das dieser 11 Jahre nach seinem Buch "Deutschland schafft sich ab" verfasst hat. Merkel hat dieses Buch, welches Sarrazin 5 Jahre vor (!) der großen Flüchtlingswelle geschrieben hatte, nicht gelesen, aber bezeichnete es als "nicht hilfreich".  Desweiteren hervorzuheben ist wie Michael Wolfssohn aufzeigt, dass Merkel 2015 viel zu weinig zwischen Kriegs- Bürgerkriegsflüchtlingen, politsches Asyl Suchenden, Wirtschaftsflüchtlingen und unser Sozialsystem Ausnutzenden unterschieden hat und stattdessen alles in den Topf "Menschen in Not" geworfen hat. Eine letzte besondere Erwähnung gilt zudem Necla Kelek und ihren Ausführungen darüber, dass es vielen Migranten um die Durchsetzung von Gruppenrechten geht, dass es einen hohen Anteil Integrationsverweigerer gibt, die ihren Taditionen und Gebräuchen verhaftet bleiben und eine Sonderstellung für ihre Religion und Lebensweise beanspruchen; desweiteren Gruppen, die ihre Ethik, Sitten und Wertvorstellungen hier zur Norm machen wollen, sich selbst ausgrenzen und in gegengesellschaftlichen Strukturen leben.  
Anm.:
Zuwanderung ist aufgrund der Demographie in Deutschland unstrittig notwendig. Was ich mir daher noch gewünscht hätte, wäre ein Beitrag gewesen, der die Berechtigungen gem. des Asylbewerberleistungsgesetzes mit den Anforderungen und Voraussetzungen des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes vergleicht.
Fazit: liest man das Buch, kommt Angela Merkel nocht schlechter weg, als auf dem Titelfoto. Oder - um es mit einem Zitat aus der Allgemeinen Zeitung, Mainz,  auszudrücken:
"Das  Buch ist ein Tornado, der Muttis Garten verwüstet".
 

 Meine Bewertung:

Für jeden politisch Interessierten ein Muss

             sehr lesenswert - für alle dazwischen 

lohnt sich - auch für nicht politisch Interessierte

es gibt Besseres

Zeitverschwendung

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Andreas Schäfer 

Das Gartenzimmer

Erscheinungsdatum: 21.07.2020 ;  Rezensionsdatum: 26.09.2021 

Format: gebundenes Buch ;  ISBN 10: 3832183906 ; Verlag: DuMont
Schöffling & Co

Quelle: https://www.dieterwunderlich.de/Zeh-adler-engel.htm (c) Dieter Wunderlich
Schöffling & Co

Quelle: https://www.dieterwunderlich.de/Zeh-adler-engel.htm (c) Dieter Wunderlich
Schöffling & Co

Quelle: https://www.dieterwunderlich.de/Zeh-adler-engel.htm (c) Dieter Wunderlich
Seitenzahl: 352
3-89561-054-2, 444 Seiten

Quelle: https://www.dieterwunderlich.de/Zeh-adler-engel.htm (c) Dieter Wunderlich


Eine liebe Freundin sorgte mit dem Geschenk dieses Buches dafür, meine durch einen Unfall verursachte Rekonvaleszenszeit kurzweiliger werden zu lassen. Das Buch erzählt aus dem Leben des Architekten Max Taubert und seiner Frau Charlotta, des Bauherrenpaars Adam und Elsa Rosen und der späteren Hauseigentümer Frieder und Hannah Leckebusch sowie sehr vieler Anderer. Davon sind primär der verstorbene Sohn von Adam un Elsa, Richard, der Sohn von Frieder und Hannah, Luis, die Hauhälterin der Leckebuschs, Maria, und deren Tochter, zugl. Freundin von Luis, Ana, zu nennen. Desweiter spielen Xenia, die Partnerin von Frieder nach dessen Trennung von Hannah sowie eine ganze Reihe weiterer Personen ein Rolle, von denen hier Josi und Monika, die Zwillingskinder von Max und Lotta, der Architekturredakteur Julius Sander, der Verfechter Rassenlehre, Alfred Rosenberg, Liese, die Haushälterin von Elsa und ihr Sohn Kurt zu nennen wären. Der Autor spannt den Bogen der Ereignisse und die Geschichte der von Max Tauber gebauten Villa in Berlin-Dahlem über mehr als ein Jahrhundert; von 1908 bis 2013. Und er tut dies nicht chronologisch: er springt in dieser bewegeten Zeit mit u.a. 2 Weltkriegen zwischen den Jahrzehnten hin und her. Damit fordert er dem Leser einiges ab; um nicht zu sagen, er mutet ihm einiges zu. Die Zeitsprünge und die Vielzahl der Akteure erfordern konzentriertes Lesen. Wer das nicht mag oder nicht kann, bleibt so irritiert zurück wie der Berlin-Kenner, der Berlin-Liebhaber vermutlich begeistert bis zur letzten Zeile durchhält.
Die Umschlagillustration ist sehr gelungen. Hierzu verweise ich auf www.gordon.de.

 Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss

sehr lesenswert

lohnt sich (insbes. für Berlin-Fans)

es gibt Besseres (für alle Anderen)

Zeitverschwendung

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Juli Zeh 

Adler und Engel  

Erscheinungsdatum: 2001 ;  Rezensionsdatum: 28.7.2021 

Format: Kindle ;  ISBN 10: 9783442729265 ; Verlag: btb 
Schöffling & Co

Quelle: https://www.dieterwunderlich.de/Zeh-adler-engel.htm (c) Dieter Wunderlich
Schöffling & Co

Quelle: https://www.dieterwunderlich.de/Zeh-adler-engel.htm (c) Dieter Wunderlich
Schöffling & Co

Quelle: https://www.dieterwunderlich.de/Zeh-adler-engel.htm (c) Dieter Wunderlich
Seitenzahl der Printausgabe:  444
3-89561-054-2, 444 Seiten

Quelle: https://www.dieterwunderlich.de/Zeh-adler-engel.htm (c) Dieter Wunderlich


"Eigentlich" lese ich jedes Buch, das ich begonnen habe zu, zu Ende. Und "normalerweise" verbietet es sich, ist es geradezu ein "No go",  eine Rezension über ein Buch, das  man  nicht zu Ende gelesen hat, zu schreiben. Bereits anfangs, bei den ersten Kapiteln, keimte der Wunsch in mir, von o.a. "eigentlich" mal abzuweichen. Noch widerstand ich der Versuchung. Gegen Buchmitte war ich gar froh darüber. Aber nach einem "Lesefortschritt 66 %" war es mir dann doch zuviel, zu wirr, zu skurril, zu anstrengend. Ja, ich war fast erschöpft und mein E-Book zuzuklappen, kam mir vor, als sei eine Last von mir genommen. Harte Worte eines Hobbyrezensten über die Arbeit einer so bekannten, renommierten Schriftstellerin. Aber dazu unten mehr.
Juli Zeh erzählt in diesem ihrem Erstlingswerk die Lebensgeschichte von Max , der zunächst zum anerkannten Juristen für Völkerrecht aufsteigt um dann - u.a. nachdem sich seine Jugendfreundin Jessie während eines Telefonats mit ihm erschoss und infolge seiner Rauschgiftsucht - tief zu fallen. Begleitet wird er dabei von Clara, eigentlich Lisa Müller, ihres Zeichens eine Art Seelentrösterin o.ä. nächtens bei einem Radiosender und zugleich Psychologiestudentin.  Neben Jessie, die die Tochter des Drogenbarons Herbert war, spielen der Professor von Clara, genannt "Schnitzler", die Sektretärin von Max, Maria, die Dogge Jacques Chirac, Shershah, der der Sohn des iranischen Botschafters in Äthiopien ist, Claras Tontechniker Tom, Jessies Bruder Ross, der renommierte Völkerrechtler Rufus, das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag, die UCK, Serbien, Albanien und ... wesentliche Rollen. Alles klar?
Shershah, der Sohn des iranischen Botschafters in Äthiopien,

Quelle: https://www.dieterwunderlich.de/Zeh-adler-engel.htm (c) Dieter Wunderlich
Juli Zeh macht, während  sie o.a. Akteure handeln lässt, massenhaft Zeitsprünge, wechselt die Szenen jeweils unangekündigt, unerwartet; nicht von Kapitel zu Kapitel sondern von Absatz zu Absatz. Sie macht das allersdings  geschickt;  lässt den Leser nicht zweifeln, wo und wann er sich befindet, aber dennoch.... es strengt an. Zuweilen wird das wettgemacht, durch sehr berührende, kunstvolle Formulierungen. So um nur wenige Beispiele zu nennen (Kap.14, erste Sätze): "Durch das kleine quadratische Treppenhausfenster sehe ich den Mond, er liegt in Wolkenwirbeln versunken wie auf dem Grund einer Sahneschüssel. Die Sonne hat ihm einen zerwühlten, nassgeschwitzten Himmel hinterlassen und ist aufgestanden, um ihm für ein paar Stunden  das Bett zu überlassen." oder (Kap. 15) " Am Horizont ist jetz ein heller Streifen, die Nacht hebt ihren fetten schwarzen Arsch, mit dem sie auf der Landschaft sitzt, langsam vom Rand der Schüssel ab" oder (drittes und letztes Zitat aus Kap.19 "... und der Tag Schrittchen für Schrittchen nach Westen davonkriecht."   Schön! Und u.a. deshalb schreibe ich diese Rezension, obwohl das Buch nicht zu Ende gelesen wurde.  Und dennoch: Hätte ich Adler und Engel als gedrucktes, gebundenes  Buch, stünde es jetzt nicht im Regal im Wohnzimmer, sondern im Büchertauschschrank neben dem Marktplatz..
Es ist gut zu wissen, dass Juli Zeh gerade erst 27 war, als dieser ihr Debütroman erschien, dass er geschrieben wurde als "Funktelefone" und "Kosten für Ferngespräche" eine Rolle spielten  und dass sie sich danach mit "Nullzeit" und "Unterleuten" und "Über Menschen" so enorm gesteigert hat. Ich will nicht soweit gehen, hier von Zeitverschwendung zu schreiben, aber es gibt Besseres; speziell von Juli Zeh.

 Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss

sehr lesenswert

lohnt sich

es gibt Besseres; 
insbesondere von Juli Zeh

Zeitverschwendung

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Thomas Mann

  Der Zauberberg


  Rezensionsdatum: 13.07.2021

Verlag:  Fischer-Taschbuch ;  Erscheinungsdatum: 1.4.91 ; Seitenzahl: 1002 ;  ISBN 10: 3-596-29433-9

Umschlagillustration: "Neige, Opio"; Foto von Jacques-Henri Lartigue, 1945


Nach vielen Jahren und ein Stück weit müde und abgeneigt von der Masse statt Klasse (Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel) des gegenwärtigen, aktuellen Literaturangebots, widmete ich mich wieder diesem zwischen 1913 und 1924 entstandenen Klassiker der Bildungsromane. Dass ich mich aktuell nach einem Fahrradunfall ebenso wie der Vetter von Hans Castorp, Joachim Ziemßen, in der Rekonvaleszenz befinde und ebenfalls wie einige der weiteren Insassen des Lungensanatoriums in Davos, das in dem Buch beschrieben wird, auf die Heilung eines Pneumothorax hinarbeite, motivierte mich zusätzlich. Durch die Unfallfolgen dazu gezwungen, mich wie Hans und Joachim in eine Art „Liegekur“ zu begeben, hatte ich somit Zeit und Muße, mich wieder den über 1000 Seiten und dem Schreibstil dieses großen Literaten zu widmen. Thomas Mann schreibt nicht – um nur ein Beispiel zu nennen – „Am Abend sank die Temperatur“; er schreibt (Zitat aus dem ersten Kapitel) „Da ein Wind sich aufgemacht hatte, wurde die Abendkühle empfindlich“.

Insgesamt ist er ein Fest, dieser Roman. Ein Fest der Worte, der Gedanken, der Sätze. Welch ein Reichtum in unserer sprachverarmuteten Zeit. Sätze über fast eine Buchseite, die jedem Gymnasiasten viele rote Korrekturen einbrächten; aber welcher Gymnasiast könnte solche Sätze formulieren? Ein Feuerwerk an Bildung eines großen Schriftstellers. Seinerseits damals animiert durch eine Tuberkulosererkrankung seiner Frau Katia, führt Thomas Mann den Leser an der Seite von Hans Castorp, der statt der geplanten 3 Wochen sieben Jahre auf dem Zauberberg bleiben muss und will, durch eine morbide Sanatoriumsgesellschaft, bevor diese - wie ganz Europa - im Chaos des 1. Weltkrieges versinkt.

 Meine Bewertung:

Für Literaturinteressierte ein Muss

sehr lesenswert

lohnt sich

es gibt Besseres

Zeitverschwendung

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Guillaume Martin 

Sokrates auf dem Rennrad

Erscheinungsdatum: 24.02.2021 ;  Rezensionsdatum: 08.06.2021 

Format: Kindle;  ISBN 10:  3957260531  ; Verlag: Cavadonga ;  Seitenzahl der Printausgabe:  208


Ohne jeden Zweifel ist der 1993 in Paris geborene Guillaume Martin ein ausgezeichneter Sportsmann, ein hervorragender Radrennfahrer! Die Tour de France 2017 beendete er als 23. der Gesamtwertung. Die Tour in 2018 als 21., 2019 wurde er Gesamtzwölfter und in 2020 erreichte er seine bis dahin beste Gesamtplatzierung und wurde Elfter. Das sagt ganz, ganz viel. Dass er zudem an der Universität Nanterre ein Philosophiestudium erfolgreich abschloss ist umso anerkennenswerter.
Für mich war es reizvoll zu erfahren, ob er darüber hinaus gar noch ein guter Schriftsteller ist und ob es ihm gelungen ist, zwei derartig unterschiedliche Themenfelder wie Leistungssport und Philosophie in einem Buch sinnvoll zu verweben. Seine - letztlich doch sehr schräge - Idee war es, berühmte Philosophen unterschiedlichster Epochen und Herkunft unter Außerachtlassung ihrer Lebenszeit vor Jahrhunderten oder Jahrzehnten (Aristoteles, Platon, Sokrates, Nietzsche, Immanuel Kant, Karl Marx, Diogenes, Siegmund Freud, Heidegger, Jürgen Habermas, Heraklit, Marc-Aurel, Machiavelli, Spinoza,  (und gar Albert Einstein (!) den er auch zu den Philosophen zählt) soz. wiederauferstehen zu lassen und zu simulieren, sie seien in der Jetztzeit Mitglieder eines Tour de France -Teams !! Das Cover veranschaulicht diese verrückte Idee recht gut. Der Gedanke insges. ist jedoch sehr, sehr gewagt. Letztlich ein Experiment, das nicht so originell ist, wie es zunächst erscheinen mag und das weder zum Etappensieg und schon gar nicht zum Gelben Trikot führt.  Gar nicht passend fand ich zudem, daneben noch die Namen ehemaliger Radrennfahrer - speziell deutscher - zu verballhornen (z.B. Jaques Anquepil, Rudi Altich, Erik Zadel, Jens Vogt, Jan Ullrig, …).
Dass G. Martin in einem Nachwort seine Überlegungen zu erklären – man könnte auch sagen zu rechtfertigen – versucht und gar selbst von „haarsträubender Fiktion“ (!) spricht, versöhnt mich auch nicht mit ihm und macht das Buch auch nicht zu einem kurzweiligen Lesegenuss.
Ich komme als Gesamtfazit zu "Es gibt Besseres" und ich verweise zum Beleg dafür alle Literatur- und zugleich Radsportinteressierte auf Benjo Maso "Der Schweiß der Götter" und insbes. auf Wilfried de Jong "Ein Mann und sein Rad"

 Meine Bewertung: